Liebe und Partnerschaft in 2022 – Die Dating-Plattformen boomen

Wegen Corona sind Datingportale zum Kennenlernen extrem wichtig geworden. Foto imagesourcecurated via Envato
Wegen Corona sind Datingportale zum Kennenlernen extrem wichtig geworden. Foto imagesourcecurated via Envato

Der ungebremste Boom, sich virtuell über Dating-Apps oder Plattformen kennenzulernen und zu verlieben, hält an. Schon die ersten Wochen des neuen Jahres sprechen eine deutliche Sprache. Viele Singles lernten sich während der Pandemie und des Lockdowns online kennen.

Neue Kontakte – neue Chancen

Die sexuelle Ausrichtung ist heute auf den Datenportalen nicht mehr so wichtig. Im Vordergrund steht, neue Kontakte zu knüpfen. Freundschaften zerbrachen an der Einstellung zur Pandemie, Partnerschaften zerbrachen an der Frage der Impfung, und viele Singles wurden durch die Isolation einsamer. Der Kontakt über Video-Calls eröffneten neue Möglichkeiten. Die Vorlieben und Bedürfnisse der Singles wurden in den einzurichtenden Profilen klarer definiert.

Feste Beziehung oder Abenteuer?

Die Suche nach einem schnellen Abenteuer rückte in den Hintergrund. Der Wunsch wurde stärker, die Qualität der Kontakte auf eine höhere Ebene zu stellen. Der Austausch miteinander war in der Regel von Anfang an intensiver, und Vertrauen wurde schneller aufgebaut. Auf One-Night-Stands wurde in der Regel aus Sicherheitsgründen verzichtet. Die gesamte Kennlernphase wurde ernster genommen. Themen wie Impfstatus wurden wichtig.

Fragen der Gesundheit und der weiteren Lebensausrichtung wurden diskutiert. Die grundsätzlichen Wünsche und Vorstellungen gegenüber einer Partnerschaft veränderten sich elementar. Das erste Treffen fand oftmals erst einmal über einen Video-Call statt.

Sich auf anderen Ebenen kennenlernen

Das erste Treffen steht im Raum. Doch wo sollte sich getroffen werden? Klubs und Bars waren geschlossen. Die Atmosphäre in der Stadt war oftmals gespenstisch. Somit fand das erste Treffen oftmals unter völlig neuen Rahmenbedingungen statt.

Getroffen wurde sich zum gemeinsamen Kochen, zu einer Wanderung in den Bergen oder zum Spieleabend zu Hause. So konnten die ersten Unterhaltungen online intensiviert werden. Die Oberflächlichkeiten sind einer neuen Intensität der Gesprächskultur gewichen.

Bei der Fahrradtour mit der ersten Frühlingssonne wurden die ersten zarten Banden geknüpft. Aufgrund der ausgefüllten Profile war sofort ersichtlich, welche Interessen vorliegen. Bei warmem Wetter ging es direkt an den See oder ein Spaziergang im Park wurde als erster Treffpunkt gewählt.

Der neue Baby-Boom

So manches Paar hat sich in den vergangenen zwei Jahren gefunden und die Statistiken zeigten auf, es gibt einen neuen Baby-Boom. Der Wunsch, eine Familie zu gründen, wurde während der Pandemie größer. Der Trend ist klar erkennbar, lieber gemeinsam als einsam.

Für 90 Prozent der Befragten einer Datingplattform ist es selbstverständlich, sich auf einer Singlebörse kennenzulernen. Die Dating-App gehört für viele mittlerweile zum Alltag. Es wäre einfacher, einen passenden Partner zu finden. Die Datings-Apps sowie der dazugehörigen Plattformen boomen wie der Wunsch nach einer Familiengründung.

So unterliegen gleichzeitig die Dating-Plattformen einem Wandel. Die Erfolgsaussichten, auf einer Datingplattform den passenden Partner zu finden, haben sich deutlich erhöht. Das Verkuppeln von damals ist heute völlig out. Doch offen darüber zu sprechen, eine Partnerin oder einen Partner im Internet zu finden, fällt vielen doch noch schwer.

Das Thema „Kennenlernen“ ist für viele Singles noch etwas sehr Intimes. Die Frage stellt sich, werden wir in einem Jahrzehnt nur noch digital den passenden Partner finden? Der Zufall im öffentlichen Raum wird sicherlich noch weiterhin eine Rolle spielen, doch eines ist ebenso klar, die Pandemie hat sich gegenüber den digitalen Welten nochmals mehr geöffnet. Die Dating-Plattformen werden die nächsten Jahre vermutlich noch stärker frequentiert werden.

Neue Wege im Leben

Sich auszuprobieren und neue Wege im Leben zu gehen, ist immer eine gute Idee. Die Welt ist im Wandel und die Art sich zu begegnen hat sich verändert. Schon vor Corona nimmt der Arbeitsalltag einen größeren Raum als noch vor Jahrzehnten ein. Sich abends aufzuraffen und nochmals um die Häuser zu ziehen, ist für viele oftmals eine große Herausforderung geworden.

Über die Dating-Plattformen können leichter Kontakte unverbindlich geknüpft werden, und mit der Zeit wird ersichtlich, wie stark sich eine Nähe aufgebaut hat und der Wunsch zum Daten auftaucht. Es wird deutlich mehr selektiert. Vermutlich handelt es sich nicht um einen Trend, sondern um eine neue Zeit des Wandels im Umgang miteinander.

Foto: imagesourcecurated via Envato

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).