Da kriegt man die Krätze

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Sagt mal, liebe Mitglieder der Privaten Krankenversicherung, vulgo: Privatpatienten, gehen Euch die Mails von Abstaubern und Abzockern, Umdeckern und sonstigem Kroppzeug auch so auf die Testikel oder, bei den Damen, auf Entsprechendes?

Da wird etwa behauptet, es gäbe „eine Möglichkeit, etwa 20 – 40 % an Beitrag einzusparen.“ Und zwar bei „identischen oder sogar noch besseren Leistungen“. Sowie „ohne einen Wechsel zu einem anderen Anbieter und ohne Kündigung“. Ohne Altersbegrenzung und trotz Vorerkrankungen. Denn „wir sind darauf spezialisiert, Ihren Beitrag zu optimieren.“

Da ist es wieder, das Zauberwort „Optimierung“. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an den AWD, der „Ihr Finanzoptimierer“ zu sein vorgab. Welcher VOX-Löwe seinen Finanzen optimiert hat, ist hinlänglich bekannt…

Diese Optimierungsgeblöke und Spargekreische passt selbstredend zu unserer „Geiz-ist-geil“-Mentalität, die im Herbst des Jahres 2002 dank des gleichnamigen Werbeslogans einer Elektronikhandelskette hoffähig, ja zum Kult wurde. Immer nur das Beste und qualitativ Hochwertigste haben, aber so gut wie Nix dafür bezahlen wollen. Gern das Baumwollshirt für 99 Cents beim Textildiscounter, ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, wer und unter welchen Bedingungen und wo auf dieser Welt dieses zusammengedübelt hat. Sobald jeder von uns nur an sich selbst denkt, ist an alle gedacht.

Sagt mal, Privatpatienten, wie brett-blöd und dübel-dumm muss man eigentlich sein, um auf solch einen nahezu kriminellen Bullshit reinzufallen. Übrigens: Laut Impressum ist Betreiber besagter Internetseite irgendjemand in Nassau auf den Bahamas. Da kann man nur die Krätze kriegen und denen da Pest und Cholera an den Hals wünschen.

Und falls die nächsten Ab- und Umschraubmails von einem Seitenbetreiber auf den niederländischen Antillen stammt, nicht wundern. Denn die „Geiz-ist-geil“-Kampagne gab´s seinerzeit auch in Holland, also in der geilsten Stadt der Welt mit dem an Vla und Matjes erinnernden Slogan „Gierig maakt gelukkig“, was soviel heißt wie „Geizig macht glücklich“. Erzählt das mal den Kindern in Bangladesch.

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